
Das Cochlea Implantat (CI)
Das Cochlea Implantat (CI; englisch: Cochlear Implant) ist eine teilimplantierbare elektronische Hörhilfe für Kinder und Erwachsene, die beidseits von einer hochgradigen, an Taubheit grenzenden Innenohrschwerhörigkeit betroffen sind. Diesen Patienten kann durch eine konventionelle Hörgeräteversorgung nicht mehr ausreichend geholfen werden. Wichtige Vorraussetzung für den Einsatz dieser Innenohrprothese ist, dass lediglich die empfindlichen Haarsinneszellen in der Hörschnecke (lateinisch: Cochlea) geschädigt oder ganz zerstört sind, der Hörnerv aber noch weitgehend intakt ist. Ob die Voraussetzungen für den Einsatz eines CI´s vorliegen, kann nur durch eine ausführliche Diagnostik in spezialisierten CI-Zentren festgestellt werden.
Das CI besteht aus einem extern, wie ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät getragenes Teil, welches das Mikrophon, den mit Batterien oder Akkus betriebenen Sprachprozessor und eine magnetisch gehaltene Sendespule enthält. Das Mikrophon nimmt dabei die akustischen Signale, wie Sprache, Musik oder Umweltgeräusche auf und leitet diese elektrisch an den Sprachprozessor weiter. Mit Hilfe einer speziellen Sprachcodierungsstrategie erzeugt der Sprachprozessor ohne erkennbare Zeitverzögerung eine Serie von elektrischen Impulsen, die über die magnetisch gehaltene Sendespule drahtlos mittels Radiowellen auf die unter der Haut liegende Empfangsspule des implantierbaren Teils des CI`s übertragen wird. Von dort werden die elektrischen Impulse zu dem in die Cochlea eingeführten Elektrodenträger weitergeleitet, der bis zu 22 einzelne Kontakte enthält, die bis zu 30 mm in die Hörschnecke eingeführt werden können. Bei Aktivierung dieser Elektroden werden die noch funktionsfähigen Hörnervenfasern erregt und dadurch Nervenimpulse (Aktionspotenziale) ausgelöst, die über den Hörnerven an das Gehirn und die darin liegenden Hörzentren weitergeleitet werden. Nach einem unterschiedlich lang andauernden Gewöhnungsprozess entstehen hier die für eine Kommunikation so wichtigen ersten Höreindrücke.
Durch regelmäßige Feinanpassung des Sprachprozessors durch Audiologen und Ingenieure sowie die intensive therapeutische Unterstützung von Pädagogen und Logopäden in einem CI-Zentrum sind viele Patienten wieder in der Lage ohne Lippenlesen Sprache zu verstehen, zu telefonieren oder sogar Musik zu hören. Werden taub geborene Kinder frühzeitig mit einem oder sogar zwei CI´s versorgt, kann in vielen Fällen eine weitgehend normale Hör- und Sprachentwicklung eingeleitet werden.





